Let’s Go Circular!

Circular Economy, Kreislauffähigkeit, Zirkularität, … Das sind Begriffe rund um die Kreislaufwirtschaft, ein im Moment vielgebrauchtes Wort.

Doch was steckt dahinter? Expert:innen rund um den Globus sind sich einig, dass das Konzept der Kreislaufwirtschaft eine der wirkungsvollsten Methoden und Werkzeuge für die nachhaltige Transformation unseres Wirtschaftssystems ist.

Die grundlegenden Zielsetzungen der Kreislaufwirtschaft sind die  Vermeidung von Abfall, Verschmutzung und Verschwendung, das Im-Kreislauf-Halten von Materialien und Produkten mit höchstmöglichem Wert und der Schutz und die aktive Regeneration von Ökosystemen und Biodiversität.

Mindestens achtzig Prozent  der Umweltauswirkungen eines heutigen  Produkts oder einer Dienstleistung werden in der Phase des Designs und der Produktentwicklung festgelegt.

Wenn wir in Zukunft die Prinzipien der Circular Economy auf den gesamten Lebenszyklus von Produkten oder Diensleistungen anwenden, wird klar, dass wir die aktuellen und globalen Herausforderungen wie Biodiversitätsverlust, Klimawandel oder knapper werdenden natürlichen Ressourcen bewältigen können.

Unternehmen, die sich auf den Weg zu mehr Zirkularität machen, sollten mit einer sogenannten Kontextanalyse beginnen. Hier wird das Umfeld dahingehend untersucht, welche Einflüsse von außen auf das Unternehmen wirken und wie sich die Aktivitäten des Unternehmens auf das Umfeld auswirken. Dabei sollte unbedingt der gesamte Lebenszyklus der Produkte betrachtet werden.

Dies umfasst das Design, die Beschaffung von Rohstoffen, den Transport, den Fertigungsprozess sowie die Nutzungsphase bis hin zur Wiederverwendung und dem bestmöglichen Recycling als Sekundärmaterial. Diese recycelten Materialien dienen wiederum als Input für die Herstellung neuer Produkte.

In jeder dieser Phasen sind viele verschiedene Aspekte zu berücksichtigen.  Energieeffizienz, Auswirkungen auf die Biodiversität, der Verbrauch von Wasser und Flächen  (Bodenversiegelung oder Änderung der Landnutzung wie z.B. landwirtschaftliche Nutzung) sind zu beachten. Dazu kommen Themen wie die Freisetzung neuartiger Substanzen wie z.B. Antibiotika, Mikro- und Nanoplastik, gentechnisch veränderte Organismen Verpackung und Transport sind weitere Faktoren.

Nach Abschluss der ersten Analyse müssen die gesammelten Daten entsprechend ihrer Relevanz bewertet werden. Was hat die größte Umweltauswirkung? Und was beeinflusst das Unternehmen am stärksten? Nach dieser Priorisierungsphase sollten Ziele zur Steigerung der Zirkularität definiert, konkrete Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt werden.

Während sämtlicher Phasen eines Produkt- und Materialkreislaufs können digitale Technologien wertvolle Unterstützung bieten. Dies beginnt bereits beim Design und der Produktentwicklung, wo Simulations- und Modellberechnungen sowie die sogenannte Topologieoptimierung (zur Optimierung des Materialeinsatzes für erforderliche Produkteigenschaften) maßgeblich zur Steigerung der Materialeffizienz beitragen können.

Auch bei der Optimierung der Produktionsprozesse spielen Simulationen, die Online-Überwachung von Prozess- und Produktparametern sowie digitale Technologien zur Wartung und Instandhaltung von Maschinen und anderer Produktionsinfrastruktur eine wichtige Rolle.

In der Nutzungsphase können beispielsweise mittels KI und „Internet of Things“ Informationen für die Nutzer:innen zum optimalen Nutzungsverhalten zur Verfügung gestellt, Daten gesammelt und Online-Services für Reparatur, Fernwartung (z.B. per Augmented-Reality-Brille) oder Ersatzteilbeschaffung angeboten werden. Auch am Nutzungsende sind digitale Technologien wertvolle Enabler, also Ermöglicher.

So können RFID-Tags (Radio-Frequency Identification) mit Informationen zum Produktzustand oder für Tracking und Tracing von Produkten eingesetzt werden und so für die Rückwärtslogistik (also das Zurückholen und Sammeln von Produkten und Materialien) wesentliche Informationen liefern.

Damit können viele der „R-Strategien“ besser umgesetzt werden. Gemeint sind damit Re-Use, Refurbishment oder effektives und effizientes Recycling.   Digitale Wasserzeichen erleichtern die exakte Materialerkennung.

Die Circular Economy bietet jedoch nicht nur auf der Ebene von Produkten unerwartete Potenziale, sondern auch für die Transformation und das Umdenken von Geschäftsmodellen.

Dies kann beispielsweise durch die Entwicklung von Produkt-Service-Systemen geschehen, bei denen der Fokus auf dem Nutzen des Produkts oder dem angestrebten Ergebnis liegt, anstatt auf dem Besitz und dem physischen Produkt. Daher gewinnen Online-Services und -Plattformen immer mehr an Bedeutung im Bereich der Sharing Economy.

Ein intensiv bzw. von mehreren Menschen parallel oder nacheinander genutztes Produkt ist nachhaltiger als ein neu produziertes.

Also – worauf warten wir noch ?

Let’s go circular now! 

www.ellenmacarthurfoundation.org

www.weforum.org

www.circular-globe.com

 

 

AUSGABE 1  HERUNTERLADEN

 

 

Birgit Gahleitner
Business Coach für Sustainable Transformation und Kreislaufwirtschaft

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